Die Schotten kommen – zum Turnier

    Datum: 7. August 2022

    Seit fast 10 Jahren verbindet Blau-Weiss Spandau eine Freundschaft mit ehemaligen Soldaten eines schottischen Infanteriebataillons der Britischen Streitkräfte. Dieses Bataillon – die Royal Highland Fusiliers – war zur Zeit des Kalten Krieges von 1945 bis 1994 regelmäßig in Berlin-Kladow in der heutigen Blücher Kaserne stationiert. Hier wurde militärisch geübt, Fußball gespielt und Kontakte zu den Berlinerinnen und Berlinern geknüpft. Blau-Weiss verbindet eine große Freundschaft mit vielen dieser Ehemaligen. Regelmäßig besucht man sich in Berlin oder in Schottland. Immer dabei: das Thema Fußball. Nach zwei Jahren Corona war es nun wieder an der Zeit, es rollte der Ball auf dem Sportplatz in der Spandauer-Wilhelmstadt. 

    Emotional sollte es beim Turnier in der Spandauer Wilhelmstadt zugehen. Blau-Weiss Spandau veranstaltete am 6. August 2022 ein Rainer Annemüller Gedenkturnier mit unseren fußballerischen Nachbarn des SSC Teutonia 1899 e.V. und ehemaligen Soldaten der Royal Highland Fusiliers der Britischen Streitkräfte. Der langjährige Vorsitzende von Blau-Weiss Rainer Annemüller verstarb 2021. „Zu seinen Ehren und um an all die schönen Dinge in Verbindung mit Rainer und unseren schottischen Freunden zu gedenken, veranstaltet Blau-Weiss nach zwei Jahren Corona bedingter Pause wieder ein Turnier mit unseren schottischen Freunden,“ sagt Bernd Schuster von Blau-Weiss.  


    Abbildung 1: Um jeden Ball wurde gekämpft :)

    Schotten in Berlin: 

    Im Kalten Krieg von 1945 bis 1994 war es die Aufgabe der britischen, amerikanischen und französischen Truppen, Berlin gegen die sowjetische und die Armee der ehemaligen DDR zu schützen. Die britischen Streitkräfte waren damals in Berlin-Spandau stationiert. „Wir waren mit unseren Royal Highland Fusiliers in den Montgomery Barracks in Berlin-Kladow untergebracht, der heutigen Blücher Kaserne“, sagte Harry, ein Veteran der Fusiliers. „Unser liebster Ort in der Kaserne war damals der Fußballplatz, wir haben bestimmt fünfmal in der Woche gespielt,“ so Harry weiter. So ist es auch nicht verwunderlich, dass schottische Fußballleidenschaft und Blau-Weiss Spandau zusammenkamen. Seit rund einem Jahrzehnt wird diese Deutsch-britische- oder gerne auch Spandau-schottische Freundschaft gepflegt. Regelmäßige Besuche von Blau-Weiss in Glasgow oder Besuche der Fusiliers in Berlin sind die Folge. 

    Spandau-schottische Freundschaft 

    An diesem Tag ging es nicht nur darum, dass das Runde ins Eckige muss. Während die Mannschaften von Blau-Weiss, Teutonia und der Royal Highland Fusiliers im Modus „jeder gegen jeden“ um den Turniersieg konkurrierten, haben Freiwillige allerhand auf die Beine gestellt. „Es soll ein Tag für Rainer und unsere Gäste sein – inklusive leckerem Essen und guten Gesprächen mit vielen schönen Geschichten“, so Schuster. Nach fairen Spielen stand ein Turniersieger fest. Blau-Weiss Spandau holte den Titel. Spaß hatten alle und emotional wurde es auch. Im Spiel Blau-Weiss Spandau gegen die Royal Highland Fusiliers ertönte der Pfiff des Schiedsrichters. Er zeigte auf den Punkt, klarer Elfmeter für Blau-Weiss. Kurzerhand wurde Sabine Annemüller, Rainers Witwe, eingewechselt und trat an den Punkt. Alle Regeln des Fußballs wurden außer Kraft gesetzt und Fans mit ihren Kameras umringten Sabine. Spannung, Anlauf, Tor. Der Elfmeter wurde souverän verwandelt, Jubel brandete auf.  

    Abbildung 2: Tor, Sabine verwandelt sicher den fälligen Elfmeter 

    Nach Turnierende stand noch die Verleihung des Rainer Shields der Royal Highland Fusiliers an den Verein an. Auch diese Ehrung sorgte am Ende für viele emotionale Momente bei den Anwesenden. Das Shield bekam natürlich unmittelbar einen Ehrenplatz im Vereinsheim. 

    Abbildung 3: Rainer Shield, verliehen von den Royal Highland Fusiliers an Blau-Weiss Spandau 

    „Rainer hätte seine wahre Freude gehabt“, waren dann auch die richtigen Schlussworte zum Turnier vom Vorsitzenden von Blau-Weiss, Tom Hüsemann. 

    Gemeinsame Freundschaft in die nächste Generation führen 

    Blau-Weiss Spandau wird die Freundschaft mit den Royal Highland Fusiliers weiter fördern, gemeinsam die Spandau-schottischen Kontakte festigen und weiter voranbringen sowie grenzübergreifende persönliche Kontakte pflegen. Harry von den Fusiliers und Bernd Schuster von Blau-Weiss waren sich schnell einig, dass nächstes Jahr das Turnier erneut stattfinden soll, vielleicht in einem erweiterten Rahmen. „Brexit ist das eine, aber Deutschland und Großbritannien eint eine gemeinsame Idee von Freiheit und ein Einstehen für ein gemeinsames Wertegerüst. Spandauer und die Royal Highland Fusiliers haben in der Vergangenheit den Kalten Krieg erlebt. Wir müssen die Idee von Zusammenhalt und Zusammenarbeit und die Erfahrungen aus dieser Zeit gemeinsam an die nächste Generation übergeben. Wir wollen unsere Freundschaft weiter mit Leben füllen und damit in die Zukunft führen“, sagt Schuster.  

    Konkrete Pläne für die Zukunft wurden geschmiedet. Die Royal Highland Fusiliers wurden im Zuge britischer Armeereformen zum The Royal Regiment of Scotland (2 SCOTS) zusammengeführt. Harry und seine Fusiliers werden nun in Schottland Gespräche suchen und um Unterstützung dabei bitten, die Geschichte der Royal Highland Fusiliers in Berlin weiter zu pflegen und dazu im besten Fall ein „junges“ Fußballteam der 2 SCOTS für eine Reise nach Spandau im nächsten Jahr zu begeistern. Blau-Weiss wird versuchen, die Bundeswehr in der Blücher Kaserne für ein Gespräch und einen Austausch mit den 2 SCOTS zu gewinnen. Schuster weiter, „Ich würde mich freuen, wenn wir im nächsten Jahr mit den „alten“ Royal Highland Fusiliers und den „jungen“ 2 SCOTS die Kaserne und damit die alte Wirkungsstätte der Fusiliers besuchen könnten. Vielleicht klappt es sogar, dass wir mit den in der Blücher Kaserne stationierten Soldatinnen und Soldaten gemeinsam den Ball rollen lassen. Schau‘n mer mal!“ 

    Von: Bernd Schuster

    2. Vorsitzender | Trainer 1. C

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